Der Alarm geht los – schon wieder. Dein Team hat Dutzende Benachrichtigungen, kaum eine ist wirklich kritisch. Oncall-Schichten sind ein Flickwerk aus manuellen E-Mails und veralteten Kalendern. Nach dem Incident fehlt die Zeit für eine ordentliche Post-Mortem-Analyse. Bisher kostete eine Lösung zwischen 20 und 50 Euro pro Nutzer und Monat: PagerDuty, incident.io oder ähnliche Dienste. Und der Quellcode bleibt verschlossen.
Regen ist eine Open-Source-Plattform des Teams von FluidifyAI. Sie deckt das gesamte Oncall-Management ab: Alarmaufnahme, Incident-Tracking, KI-gestützte Post-Mortems. Du hostest sie selbst. Deine Daten bleiben bei dir. Du bestimmst die KI-Modelle – OpenAI, Anthropic oder Ollama. Regen übernimmt den Rest. Es geht um Kontrolle und Flexibilität. Die Architektur wächst mit deinem Team, ohne Nachlizenzierung.
Die Kernfunktionen: Ein vollständiger Incident-Lebenszyklus mit unveränderlicher Timeline. Jeder Schritt wird protokolliert. Eskalationsrichtlinien mit mehrstufigen Timeouts benachrichtigen die richtigen Personen in der richtigen Reihenfolge. Die Alarmaufnahme versteht Prometheus, Grafana, AWS CloudWatch und einen generischen Webhook – egal ob Cloud oder on-premises.
Integrationen: Slack und Microsoft Teams sind vollständig eingebunden. Channels, Bot-Befehle, synchronisierte Timeline. Der Wechsel von Grafana OnCall oder PagerDuty erfolgt per 1-Klick-Import für Zeitpläne, Eskalationsrichtlinien und Konfigurationen. Es gibt keine künstlichen Limits: unbegrenzt Incidents, Oncall-Schichten und KI-Funktionen – ohne Zusatzkosten.
Bei den KI-Features bringst du deinen eigenen API-Key mit – lokales Ollama-Modell oder kommerzielle Dienste. Regen generiert Incident-Zusammenfassungen, Post-Mortem-Berichte und Übergabeprotokolle für Schichtwechsel. Die Ergebnisse werden automatisch in Slack oder Teams synchronisiert.
Stabilität und Sicherheit: FluidifyAI hat Regen für Produktionsumgebungen entwickelt. Benchmarks auf einem Apple M2 mit Colima zeigen p99-Latenzen unter 10 Millisekunden (Ziel 200 ms). Der Spitzendurchsatz liegt bei knapp 4.000 Requests pro Sekunde ohne 5xx-Fehler. PostgreSQL-Ausfälle werden über Patroni und HAProxy mit 11 Sekunden Wiederherstellungszeit abgefangen (Ziel unter 60 Sekunden). Redis Sentinel bewältigt Primary-Ausfälle in 5 Sekunden. Rolling-Deployments verlieren keine laufenden Requests – die App wartet, bis Verbindungen abgeschlossen sind.
Die Sicherheitsarchitektur: Passwörter mit bcrypt (Cost 12) und timing-sicherem Vergleich. Nach fünf fehlgeschlagenen Logins wird das Konto vorübergehend gesperrt. Session-Cookies sind HTTP-only und SameSite=Strict. GORM verwendet parametrisierte Queries – keine SQL-Injection. Webhook-Anfragen von Slack werden per HMAC-SHA256 verifiziert, inklusive Replay-Schutz. Teams nutzt RSA/OIDC, CloudWatch RSA mit SSRF-sicherer Zertifikatsprüfung. Rate-Limiting über Redis-Lua-Skripte: 10 Requests/Minute auf Auth-Endpunkten, 120 für unauthentifizierte, 600 für authentifizierte Anfragen. Die Container laufen als nicht-root (UID 1001) mit read-only Filesystem und ohne unnötige Linux-Capabilities. Das Frontend enthält keine Secrets – der Session-Token ist für JavaScript unzugänglich.
Der schnelle Start: Docker Compose ausführen – Repository klonen, Umgebungsvariablen setzen (Slack-Token, KI-Key etc.), make start. Läuft auf localhost:8080. Für produktive Einsätze gibt es Helm-Charts, eine vollständige Installationsanleitung und Health-Checks. Wer das Hosting nicht selbst übernehmen möchte, kann einen Service buchen. Die Basis bleibt die selbstbestimmte Open-Source-Version unter AGPLv3. SSO über SAML 2.0 ist in der kostenlosen Edition enthalten.
Konkret heißt das: Du hast eine Alternative zu etablierten Kostenfallen. Incident-Management, Eskalation, Alert-Aggregation, KI-Assistenz, Chat-Integrationen, unbegrenzte Nutzung – alles in einem Open-Source-Paket. Du bestimmst, ob du es auf eigenem Server, in der Cloud mit Kubernetes oder hybrid betreibst. Deine Incident-Daten bleiben deine Daten. Eigene Lasttests sind jederzeit möglich: make load-test und make chaos-db. Regen ist ein Werkzeug für Teams, die Oncall professionalisieren wollen, ohne das Budget zu sprengen.
Wer die Verantwortung für Betrieb und Sicherheit seiner Infrastruktur trägt, sollte die Werkzeuge kontrollieren können. Regen löst nicht alle Probleme – aber es gibt dir die Flexibilität, deinen Oncall-Prozess so zu gestalten, wie er für dein Team funktioniert. Mit oder ohne KI, mit Slack oder Teams, mit 10 oder 1000 Nutzern – die Plattform skaliert ohne Lizenzkosten.
Quelle: github.com
