Cisco bringt KI-Modelle für tiefgehende Netzwerkdiagnose: Cloud Control und das Ende der Konsolen-Suche

Cisco bringt KI-Modelle für tiefgehende Netzwerkdiagnose: Cloud Control und das Ende der Konsolen-Suche
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Ein Kollege meldet, dass sein Laptop kein WLAN findet. Normalerweise checkst du dann Access Point, Authentifizierung, VLAN-Konfiguration und Security Policies. Das kann Stunden dauern. Cisco hat darauf reagiert.

Der Netzwerkausrüster entwickelt spezialisierte KI-Modelle für solche Probleme. DJ Sampath, Senior Vice President und General Manager von Ciscos KI-Software-Plattform, hat Details genannt. Die Plattform heißt Cloud Control. Sie führt alle Produkte des Herstellers zusammen und enthält agentische KI-Assistenten. Ein Agent ist ein Softwareprogramm, das selbstständig Informationen aus verschiedenen Systemen sammelt und bewertet.

Die KI ist kein Standard-Modell. Cisco hat ein eigenes Large Language Model entwickelt, das auf Routing- und Switching-Konfigurationen spezialisiert ist. Sampath zufolge versteht das Modell die Cisco-eigene Konfigurationssprache und löst Netzwerkprobleme besser als Frontier-Modelle. Das sind große allgemeine Modelle wie GPT-4. Für spezifische Fachdomänen sind sie oft zu ungenau. Cisco setzt auf eine maßgeschneiderte KI.

Das Modell erscheint auf Hugging Face. Cisco hat dort bereits die Sicherheitsmodelle Antares veröffentlicht. So profitiert das Unternehmen von Feedback und etabliert seinen Standard. Die Art der Nutzung ist neu.

Wie Cloud Control die Arbeit verändert

Ein WLAN-Fehler tritt auf. Heute müsstest du manuell in verschiedenen Konsolen nachschauen. Cloud Control bündelt diese Abfragen. Die KI-Agenten durchsuchen automatisch Logs, analysieren Konfigurationen und präsentieren eine Diagnose.

Die KI berechnet den Blast Radius eines geplanten Neustarts. Soll ein Switch zurückgesetzt werden, zeigt das Tool, welche Geräte betroffen wären. Das verhindert Ausfallzeiten.

Cloud Control ersetzt nicht sofort alle Konsolen. Die KI wird zunächst als zusätzliche Schicht darüberliegen – ein Assistent, der die Arbeit erleichtert. Analysten von Gartner prognostizieren, dass KI-Tools die Toolzahl zunächst erhöhen, bevor sie konsolidieren.

Tokenomics und On-Prem-Option

Kosten sind ein Thema. Jede Anfrage verbraucht Tokens. Cisco plant, ein Token-Kontingent in bestehende Abonnements zu integrieren. Die Abrechnung für zusätzliche Tokens ist noch offen.

Die KI-Modelle werden auch on Premises verfügbar sein, auf Ciscos UCS-Servern. Das ist ein Vorteil für Firmen, die ihre Daten nicht in die Cloud geben wollen. Die lokale Ausführung umgeht regulatorische Hürden in Europa und Asien. Cloud Control wird zunächst ab Ende August in den USA ausgerollt; Europa und der asiatisch-pazifische Raum folgen.

Was bedeutet das für die Branche?

Ciscos Schritt zeigt, dass KI in spezifische Fachbereiche vordringt. Nach Text- und Code-KI kommen jetzt domänenspezifische Modelle. Auch in Medizin, Recht und Finanzen gibt es solche Entwicklungen.

Netzwerkadministratoren verbringen weniger Zeit mit Fehlersuche und mehr mit Problemlösungen. Die KI ersetzt nicht den Job, nimmt aber Routinearbeiten ab.

Cisco zeigt, dass Infrastrukturanbieter KI ernst nehmen. KI ist mehr als Chatbots. Die Modelle werden den Arbeitsalltag verändern.

Quelle: theregister.com

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Sebastian Krötzsch
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Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.