Kategorie: KI-News

  • Oak bringt mit 60 Millionen Dollar Finanzierung Ordnung in das Identitätschaos, das KI-Agenten verursachen

    Oak bringt mit 60 Millionen Dollar Finanzierung Ordnung in das Identitätschaos, das KI-Agenten verursachen

    In einem Unternehmen mit physischen Ausweisen ist der Zugang klar geregelt. Heute hat man Dutzende digitale Accounts, Berechtigungen für Cloud-Dienste, Datenbanken und interne Tools. Dazu kommen KI-Agenten – automatische Systeme, die selbstständig handeln, Daten abrufen und Entscheidungen treffen. Diese Agenten haben ebenfalls digitale Identitäten, die verwaltet werden müssen. Das erzeugt ein undurchschaubares Geflecht aus Zugriffsrechten und öffnet Sicherheitslücken. Das israelische Startup Oak will das lösen und tritt nach zweijähriger Geheimphase an die Öffentlichkeit.

    Oak entwickelt eine neue Form des Identitätsmanagements für eine Welt mit menschlichen und maschinellen Identitäten. Herkömmliche IAM-Systeme sind dafür nicht ausgelegt. Sie stammen aus einer Zeit mit wenigen Nutzerkonten, bei der Berechtigungen einmal pro Quartal geprüft wurden. Heute vervielfacht sich die Anzahl digitaler Identitäten mit KI-Agenten. Oak bietet eine einheitliche Kontrollebene, die alle Identitäten im Unternehmen erfasst, überwacht und in Echtzeit steuert. Das Startup hat 60 Millionen US-Dollar Seed-Finanzierung erhalten und sein Produkt läuft bereits bei Enterprise-Kunden.

    Das Problem: Viele digitale Identitäten und kaum Übersicht

    Ein Bild verdeutlicht das Problem: Ein Pförtner, der früher jeden Besucher kannte, steht heute vor einer Drehtür mit Hunderten Menschen sowie Drohnen und Robotern, die Zutritt brauchen. Er kann nicht mehr jeden prüfen. Nötig ist ein System, das automatisch entscheidet, wer welche Rechte hat und wann der Zugang entzogen wird. Oak’s AI Connector Framework macht genau das: Es verbindet sich mit vorhandenen Systemen, analysiert die tatsächliche Nutzung von Berechtigungen und entfernt überflüssige Rechte in Echtzeit – nicht erst bei regelmäßigen Audits.

    Das klingt einfach, ist aber komplex. In großen Organisationen existieren oft jahrelang angesammelte Rechte, die nie zurückgenommen wurden: ein ehemaliger Mitarbeiter mit Zugriff auf eine Datenbank, ein alter Dienst mit Admin-Rechten. Solche Altlasten sind ein Sicherheitsrisiko. Mit KI-gestützten Angriffen wird das Problem gravierender, da Angreifer automatisiert nach Schwachstellen suchen und Identitäten kapern können. Oak will das verhindern, indem es Identitätsmanagement risikobasiert und reaktiv macht – wie eine Brandmeldeanlage, die sofort alarmiert, wenn Rauch aufsteigt.

    Die Gründer: Erfahrene Cybersecurity-Experten

    Oak wurde von Shai Morag und Tal Marom gegründet. Morag war Major in der israelischen Armee, gründete mehrere Startups und verkaufte sie erfolgreich – zuletzt Ermetic, das Tenable 2023 für 265 Millionen US-Dollar übernahm. Danach war er Chief Product Officer bei Tenable, bis CEO Amit Yoran erkrankte und verstarb. Morag verließ das Unternehmen, plante den Ruhestand, rief dann aber mit Marom Oak ins Leben. Marom war zuvor Produktteam-Lead bei Tenable und davor bei Salesforce und im israelischen Militär tätig. Sie befragten 100 CISOs und IAM-Verantwortliche vor der Produktentwicklung. Das Ergebnis: eine Plattform, die Berechtigungen verwaltet und das tatsächliche Nutzungsverhalten analysiert, um blinde Flecken aufzudecken.

    In der Stealth-Phase baute Oak ein Team von 50 Personen auf und stellt weiter ein, vor allem in den USA, wo künftig der Großteil der Belegschaft sitzen soll. Morag sagte, er gehe „ganz oder gar nicht“ vor – es werde sein letztes Unternehmen sein. Die 60 Millionen Dollar Seed-Finanzierung ist ungewöhnlich hoch für israelische Verhältnisse. Angeführt wurde die Runde von Accel, CRV und Greylock Partners, mit Beteiligung von AlphaDrive Ventures, Hetz Ventures und Angel-Investoren. Accel-Partner Andrei Brasoveanu nannte Morags Erfolgsbilanz als Grund. Accel hatte bereits Ermetics Series A angeführt, als das Startup noch keine Umsätze erzielte. Brasoveanu sagte, man habe Morag nach dem Verkauf ein informelles Angebot gemacht: „Wir finanzieren dein nächstes Projekt.“

    Wie Oak sich von traditionellem IAM unterscheidet

    Traditionelle IAM-Lösungen überprüfen Berechtigungen oft nur quartalsweise oder jährlich. Das ist aufwendig und risikoreich. Oak setzt auf kontinuierliche Überwachung und Automatisierung. Wechselt ein Mitarbeiter die Abteilung, entzieht Oak die Rechte umgehend. Oak analysiert nicht nur vergebene Rechte, sondern auch deren tatsächliche Nutzung. So lassen sich Überprivilegierungen erkennen, die sonst oft übersehen werden.

    Oak bezeichnet sich als „AI-native“. KI ist von Grund auf in die Architektur integriert – nicht nur als nachträgliches Feature. Der AI Connector Framework passt sich an verschiedene Systeme an, von Cloud-Diensten über On-Premises-Anwendungen bis zu KI-Agenten. Da Unternehmen vermehrt KI-Agenten für Kundenservice, Datenanalyse oder Automatisierung einsetzen, steigt der Bedarf an Identitätsmanagement, das diese neuen Entitäten ebenso berücksichtigt wie menschliche Nutzer. Morag sagte: „Der Prozess ist zu manuell und nicht risikobasiert. Es gibt zum Beispiel keinen Auslöser, wenn ein Mitarbeiter von einem ungewöhnlichen Standort aus einloggt.“ Oak soll solche Anomalien erkennen und sofort reagieren.

    Markt und Herausforderungen

    Oak tritt gegen etablierte Anbieter wie Okta, Azure AD und Ping Identity an. Diese Systeme sind tief integriert, ein Wechsel ist schwierig. Viele Legacy-Lösungen haben kein Konzept für KI-Agenten-Identitäten. Oak will diese Lücke nutzen. Accel-Partner Brasoveanu sieht hohe Komplexität: „Das Produkt und die Organisationen sind komplex.“ Daher müsse Oak schnell skalieren und Kunden überzeugen. Auch andere Startups und etablierte Anbieter arbeiten an KI-basierten IAM-Lösungen. Oak differenziert sich durch eine einheitliche Kontrollebene, Echtzeit-Fähigkeiten und den Fokus auf KI-Agenten. Mit 60 Millionen Dollar kann Oak in Vertrieb und Entwicklung investieren. Morag sagt: „Unsere Vision ist es, als Gigant geboren zu werden.“ Ob das gelingt, wird sich zeigen.

    Bedeutung für die Praxis

    Für IT-Verantwortliche und Sicherheitsexperten ist Oak ein neuer Ansatz in einem Bereich, der Innovation braucht. Identitätsmanagement ist eine große Sicherheitslücke, die sich durch KI-Agenten verschärfen wird. Oak setzt auf kontinuierliche Automatisierung und Risikobewertung statt auf manuelle Prozesse. Kein Allheilmittel, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Die Zeiten einfacher Badges und einmaliger Prüfungen sind vorbei. Unternehmen müssen sich anpassen.

    Quelle: techcrunch.com

  • Canva Code 2.0: Wie Vibe Coding für alle zugänglich wird

    Canva Code 2.0: Wie Vibe Coding für alle zugänglich wird

    Stell dir vor, du sitzt vor deinem Laptop und hast eine Idee für eine kleine Webseite – für ein Nebenprojekt, einen Verein oder dein Portfolio. Du hast keine Ahnung von HTML, CSS oder JavaScript. Also suchst du nach einer Lösung. Vielleicht hörst du von etwas namens „Vibe Coding“. Du beschreibst auf Deutsch, was du brauchst, und eine KI erzeugt Code. Klingt verlockend? Einfach „Mach mir eine Startseite mit drei Kacheln“ sagen und loslegen.

    Doch die Ernüchterung folgt schnell. Das Ergebnis ähnelt tausend anderen KI-Webseiten: blaue Leiste oben, weißer Block in der Mitte, Standardschrift. Und vor allem: Änderungen – eine andere Farbe, ein eigenes Bild, ein anderer Satz – erfordern Code-Eingriffe. Du stehst wieder vor Zeichen, die dir nichts sagen. Genau hier setzt Canva Code 2.0 an.

    Was ist Canva Code 2.0?

    Canva kennen viele als Design-Tool für Social-Media-Grafiken, Präsentationen und Flyer. Mit Canva Code lassen sich seit einiger Zeit auch Webseiten und kleine Apps bauen – KI-gestützt. Version 2.0, jetzt für alle verfügbar, kombiniert KI-Code-Erzeugung mit den vertrauten Design-Werkzeugen von Canva. Entscheidend: Du wechselst nicht mehr zwischen Code-Editor und Design-Programm. Alles an einem Ort.

    Der Einstieg ist einfach. Du startest mit einer kurzen Beschreibung deines Projekts – einem Prompt. Oder wählst aus über 50 Vorlagen: Restaurant, Portfolio, Blog, Online-Shop. Wer HTML-Code hat, importiert ihn und arbeitet in Canva weiter. Du bekommst einen funktionierenden Entwurf, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

    Der entscheidende Unterschied: Design-Freiheit

    Das wirklich Neue ist nicht die KI allein. Andere Tools machen das auch: prompt „Landingpage“, KI produziert etwas. Aber dann? Kaum Kontrolle über das Aussehen. Canva Code 2.0 lebt im Canva-Editor – genau dem, den du von Flyern und Präsentationen kennst. Du fügst Fotos per Drag & Drop ein, wählst Farben aus der Markenpalette, änderst Schriftarten, schreibst Text per Klick um. Alles ohne Code.

    Oder du bleibst im Chat: „Mach den Hintergrund hellgrau“, „Setz das Logo links oben“. Die KI passt an. Deine Änderungen bleiben im Kontext. Keine neuen Prompts, die alles durcheinanderbringen. Und durch den Zugriff auf dein Brand Kit – Farben, Logos, Schriftarten – sieht das Ergebnis individuell aus, nicht nach Kopie.

    Ein Bild: Du bestellst bei einem Schreiner ein Regal. Du sagst: „Ein Regal, 1 Meter breit, drei Fächer.“ Der Schreiner liefert ein Regal – aus heller Kiefer, mit Metallgriffen. Du wolltest Eiche und weiße Griffe. Bisher konntest du nur anrufen und hoffen – oder selbst zur Säge greifen. Canva Code 2.0 ist wie ein Schreiner, der das Regal bringt und sagt: „Hier, nimm den Katalog, such Farbe, Holz, Griffe – ich baue es um.“ Du musst kein Handwerker sein, hast aber Kontrolle.

    Genau das meint der Entwickler: „weniger einschüchternd“. Es nimmt die Angst vor Code, ohne dir die Gestaltung zu nehmen. Du passt das visuelle Ergebnis Schritt für Schritt an – in Echtzeit.

    Gemeinsam bauen und veröffentlichen

    Ein weiteres Merkmal: die Zusammenarbeit. Teile das Projekt mit deinem Team, alle arbeiten gleichzeitig, hinterlassen Kommentare – direkt im Editor. Nützlich bei mehreren Beteiligten: Texter, Designer, Entscheider. Früher Dateien hin- und herschicken oder separates Tool. Jetzt alles an einem Ort.

    Fertig? Sofort veröffentlichen. Canva bietet Domains zum Kauf oder kostenlose Subdomains. Für interne Projekte: privat halten. Ideal für Intranets, Projektseiten, Schulungsmaterial. Der gesamte Weg von der Idee zur Live-Seite in Canva – kein Hosting, FTP, Servereinstellungen.

    Für wen ist das gedacht?

    Canva Code 2.0 ist für alle, die eine Webseite oder App brauchen, ohne Programmierkenntnisse. Kleinunternehmer, Kreative, Freelancer, Vereinsmitglieder, Lehrer. Auch Agenturen nutzen es für schnelle Prototypen, die Entwickler später übernehmen. Es ersetzt keine komplexe, maßgeschneiderte Software. Für Datenbanken, individuelle Logik, besondere Performance braucht es Profis. Für die täglichen 80 Prozent – Unternehmensseite, Event-Seite, Portfolio – reicht es.

    Die Stärke: Demokratisierung. Bisher war Vibe Coding ein Hype für Leute, die sich mit Code auskennen. Sie nutzen KI für mehr Tempo. Für Laien oft frustrierend: Ergebnis passt nicht, keine Anpassungsmöglichkeit. Canva Code 2.0 schließt die Lücke: visuelle Gestaltung steht im Vordergrund. Kein Wissen über Frameworks oder APIs nötig. Nur die Vorstellung, wie die Seite aussehen soll.

    Einordnung: Was bedeutet das konkret?

    Canva Code 2.0 ist kein Wunderwerkzeug. Keine bahnbrechenden Innovationen, kein Ersatz für komplexe Web-Apps. Aber es ist ein Schritt, KI-gestützte Code-Erstellung für Normalnutzer erfahrbar zu machen. Statt nur ein weiterer AI Code Generator mit austauschbaren Ergebnissen setzt Canva auf Integration und Design. Der entscheidende Unterschied.

    Für alle, die eine Webseite wollten, aber vor Code zurückschreckten, ist das eine Erleichterung. Selbst Hand anlegen, ohne eine neue Sprache zu lernen. Und später: Code exportieren und von Profis erweitern lassen. Kein Endpunkt, sondern eine Einstiegshilfe.

    Probier es aus, wenn dir „mal schnell eine Webseite“ zu kompliziert erscheint. Starte mit einem Prompt, wähle eine Vorlage, füge eigene Bilder hinzu. Du wirst überrascht sein, wie viel du gestalten kannst – ohne Code. Das ist Vibe Coding, wie es sein sollte: nicht einschüchternd, sondern hilfreich.

    Quelle: digitaltrends.com

  • OpenAI tritt mit der Codex Micro Tastatur in den Hardwaremarkt ein

    OpenAI tritt mit der Codex Micro Tastatur in den Hardwaremarkt ein

    Du sitzt an deinem Schreibtisch und steuerst eine Flotte von KI-Agenten, die selbstständig Code schreiben und ausführen. Bisher ging das über Smartphone oder Desktop-App – umständlich und unübersichtlich. OpenAI will das mit der Codex Micro ändern, einer 230 Dollar teuren Tastatur für den KI-Coding-Assistenten Codex. Co-designt mit Work Louder, soll sie als physische Kommandozentrale für agentische Arbeit dienen.

    Die Tastatur ist beleuchtet und hat sogenannte Agent Keys, die den Status deiner KI-Agenten anzeigen. Leuchten sie grün, läuft alles. Bei Rot musst du eingreifen. Dazu gibt es Command Keys, programmierbare Tasten für wiederkehrende Aktionen, einen Joystick zum Starten von Workflows und einen Drehregler für die Reasoning-Stufe – also wie viel Rechenzeit ein Agent in eine Aufgabe investieren soll. Das erinnert an ein Cockpit: Statt über Bildschirme und Mausklicks navigierst du live und fühlst physische Rückmeldungen. Ein klarer Ansatz, der KI greifbar macht.

    Der Tech-Journalist Lucas Ropek beschreibt die Codex Micro bei TechCrunch als limitierte Kollaboration. OpenAI selbst bezeichnet sie als „Novelty-Item“ – ein glänzendes Spielzeug, weniger für den Massenmarkt, sondern als Türöffner für die Hardware-Strategie. Die Tastatur ist über die ChatGPT-Desktop-App steuerbar und anpassbar. Für knapp 230 Euro bekommst du ein spezialisiertes Werkzeug, das sichtbar macht, wohin die Reise geht. Die eigentliche Hardware-Offensive von OpenAI steckt noch in den Startlöchern.

    Laut einem Bloomberg-Bericht arbeitet OpenAI an einem weiteren Gerät: einem tragbaren, bildschirmlosen Smart Speaker mit ChatGPT-Integration und mechanischen Elementen, die sich eigenständig bewegen können. Ein Lautsprecher ohne Bildschirm, der interagiert und sich physisch verändert. Die Entwicklung wird von ehemaligen Apple-Ingenieuren vorangetrieben – ein heikler Punkt. Apple verklagt OpenAI wegen des Vorwurfs des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. OpenAI soll vertrauliche Informationen aus Apple abgeschöpft haben, um die eigene Hardware-Entwicklung zu beschleunigen. OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Die Klage zeigt, wie ernst der Hardware-Rechtsstreit geworden ist.

    Warum der Aufwand um eine Tastatur? Auf den ersten Blick wirkt die Codex Micro überteuert und nischig. 230 Dollar sind kein Pappenstiel, und viele Entwickler nutzen ihre normale Tastatur. Aber dahinter steckt ein Muster: OpenAI möchte verändern, wie wir mit KI interagieren. Bisher war das meist textbasiert: Du tippst einen Prompt ein, der Agent arbeitet und liefert ein Ergebnis. Die Codex Micro macht diesen Prozess physisch erfahrbar. Du siehst, welcher Agent arbeitet, passt die Arbeitslast über den Drehregler an und startest Workflows mit dem Joystick – alles ohne den Blick vom Code zu nehmen. Ein Werkzeug für Produktivität und die Verbindung von Mensch und Maschine.

    Eine Tastatur allein macht noch keinen Paradigmenwechsel. Das zweite Gerät, der bildschirmlose Speaker, verspricht mehr. Wenn OpenAI ein portables Gerät mit beweglichen Teilen auf den Markt bringt, das Sprache und physische Interaktion vereint, betreten wir Neuland. Stell dir vor, du unterhältst dich mit einem Gerät, das sich dir zuwendet, nickt oder die Lautstärke durch eine Drehung anpasst. Eine neue Schnittstelle – intuitiv, fast menschlich. Das Gerät steckt laut Bloomberg noch in der Entwicklung und kann sich ändern. OpenAI äußert sich nicht dazu.

    Für Entwickler und Tech-Enthusiasten ist die Codex Micro ein Statement. OpenAI nimmt Hardware ernst, experimentiert aber noch. Der Preis von 230 Dollar ist hoch, aber für ein Spezialwerkzeug nicht ungewöhnlich. Die Frage ist, ob die Tastatur hält, was sie verspricht: eine echte Produktivitätssteigerung oder ein Lifestyle-Accessoire? Lucas Ropek deutet an, dass es sich um ein begrenztes Modell handelt – vielleicht ein Signal an die Konkurrenz. Die Apple-Klage wirft einen Schatten auf diese Pläne, aber vielleicht treibt der Druck die Innovation voran.

    Was bedeutet das konkret für dich? Wenn du viel mit KI-Coding-Agenten arbeitest, könnte die Codex Micro deine Arbeit flüssiger machen. Wenn du gelegentlich einen Prompt tippst, investierst du das Geld besser in Rechenzeit. Der wahre Wert liegt möglicherweise in der Entwicklungsumgebung insgesamt: OpenAI bereitet sich darauf vor, nicht nur Software, sondern auch Hardware zu liefern. Die Tastatur ist der erste Schritt, der Speaker der nächste. Der Rechtsstreit mit Apple erinnert daran, dass dieser Weg nicht ohne Konflikte verläuft.

    Quelle: techcrunch.com

  • Wenn der digitale Schlüssel nach dem Auszug noch passt: Apples Klage gegen OpenAI und die Lektionen für die Sicherheit sensibler Daten

    Wenn der digitale Schlüssel nach dem Auszug noch passt: Apples Klage gegen OpenAI und die Lektionen für die Sicherheit sensibler Daten

    Apple wirft einem ehemaligen Ingenieur vor, nach seinem Ausscheiden wochenlang auf interne Systeme zugegriffen zu haben. Chang Liu soll entdeckt haben, dass sein alter Firmenlaptop noch Zugriff auf Apples Netzwerk hatte. Grund war ein Authentifizierungsfehler, den Apple als Zero-Day-Bug einstufte. Das Unternehmen reichte Anfang des Jahres Klage ein. Der Vorfall wirft Fragen auf: Wie schützen Firmen sensible Daten, wenn Mitarbeiter gehen? Was bedeutet das für die Sicherheitskultur in KI-Unternehmen?

    Laut Klageschrift fand Liu nach seinem Wechsel zu OpenAI im Februar 2026 heraus, dass sein alter Laptop immer noch Zugriff hatte. Der Grund: ein seltener, zuvor unbekannter Authentifizierungsfehler. Apple hat die Lücke inzwischen geschlossen. Die Serverprotokolle zeigen, dass Liu der Einzige war, der sie ausnutzte. „LOL… so funny“ schrieb er einem noch bei Apple angestellten Bekannten. Der Satz steht in der Klage.

    Was Liu mitnahm: Dutzende Dateien mit Details zu unveröffentlichten Produkten, technische Präsentationen, Spezifikationen und Projektdaten. Er lud sie herunter, während er bereits für OpenAI arbeitete. OpenAI erklärte, man habe kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Firmen. Apple verlangt ein Schwurgerichtsverfahren.

    Viele Unternehmen gehen davon aus, dass mit dem Ausscheiden eines Mitarbeiters die Zugriffe enden. In der Praxis gibt es Lücken: VPN-Zugänge, die nicht deaktiviert wurden, Passwörter, die nicht zurückgesetzt wurden. Apple wirft Liu vor, den Bug nicht gemeldet zu haben. Er gab seinen Firmenlaptop nicht zurück und nutzte sogar den Rechner eines Kollegen. Unternehmen brauchen regelmäßige Audits und automatisierte Prozesse. Ausgeschiedene Mitarbeiter müssen physisch und digital vollständig getrennt werden.

    Der Fall zeigt die Verflechtung der Belegschaften großer Tech-Firmen. Insidwissen ist im Wettlauf um KI-Innovationen wertvoll. Wenn ein Ingenieur von Apple zu OpenAI wechselt und Daten mitnimmt, entsteht ein Risiko für die Wettbewerbsposition. Apples Klage ist daher konsequent. Der Schaden durch kompromittierte Hardware-Dokumentationen oder Software-Architekturen kann enorm sein.

    Sicherheit ist ein Prozess, keine einmalige Maßnahme. Wer sensible Daten verwaltet, sollte fragen: Was passiert, wenn ein Teammitglied geht? Sind alle Zugänge sofort gesperrt? Gibt es einen Plan zur Löschung lokaler Dateien? Der Fall Liu zeigt, dass ein vergessener Authentifizierungstoken ausreicht. Hinter KI-Modellen stecken Menschen, die von einem Unternehmen zum nächsten wechseln. Entscheidend ist, wie Unternehmen ihre Systeme so robust machen, dass selbst ein „LOL“-Moment nicht zu einem Datenleck führt.

    Der Schlüssel zur Vergangenheit sollte nach dem Auszug nicht mehr passen. Digitale Zugänge müssen sofort gesperrt werden. Die Daten, die Unternehmen schützen, können mehr wert sein als eine Wohnung – sie können die Zukunft eines ganzen Unternehmens bestimmen.

    Quelle: techcrunch.com

  • SPACE: Perplexitys neue Sandbox-Architektur für sichere KI-Agenten

    SPACE: Perplexitys neue Sandbox-Architektur für sichere KI-Agenten

    Du gibst einem KI-Assistenten die Erlaubnis, Dateien zu bearbeiten, Code auszuführen oder auf deine private Cloud zuzugreifen. Solche Agenten arbeiten nicht nur mit einem Chat-Interface. Sie führen mehrstufige Aufgaben aus, die Stunden oder Tage dauern können. Die Frage ist: Wo läuft dieser Assistent? Wie stellst du sicher, dass er nur das tut, was du ihm aufgetragen hast, und nicht plötzlich auf vertrauliche Daten zugreift? Hier kommen Sandboxes ins Spiel – isolierte Umgebungen, die den Agenten einschließen und seine Aktionen kontrollieren. Perplexity, das Unternehmen hinter dem KI-gestützten Suchdienst Computer, hat mit SPACE eine neue Architektur für solche Sandboxes entwickelt. Sie soll die bisherigen Kompromisse zwischen Funktionalität, Effizienz und Sicherheit aufheben.

    Das Prinzip einer Sandbox ist bekannt. Wer schon einmal Code in einer virtuellen Maschine getestet hat, kennt es: Man erzeugt eine abgeschottete Umgebung, in der Programme laufen, ohne das restliche System zu beeinflussen. Bei KI-Agenten wird das komplizierter. Sie benötigen langlebige Sitzungen, greifen auf externe Dienste zu und verarbeiten sensible Informationen. Bisherige Sandbox-Plattformen mussten sich laut Perplexity zwischen zwei von drei Zielen entscheiden. Entweder boten sie starke Isolation, ließen Zugangsdaten im Inneren der Sandbox aber ungeschützt. Oder sie waren für kurze Jobs optimiert, verloren aber den Kontext, sobald eine Aufgabe länger als ein paar Minuten dauerte. SPACE soll diese Kompromisse eliminieren, indem es die Verantwortlichkeiten auf drei dedizierte Dienste aufteilt: die Control Plane, die Node-Ebene und die In-Sandbox-Ebene. Jede Schicht übernimmt einen klar definierten Teil der Sicherheitsaufgaben.

    Die Control Plane orchestriert den gesamten Lebenszyklus einer Sandbox. Alle Anfragen kommen über eine einzige API herein. Sie verfolgt den Status der Sandbox und entscheidet in Echtzeit, an welches Backend eine Aufgabe weitergeleitet wird. Die Control Plane ist zustandslos und zentral gehostet. Derselbe API-Aufruf funktioniert auf jeder Infrastruktur, sogar auf einem lokalen Rechner. Sie bestimmt, wann eine neue Sandbox startet und wann eine Aufgabe beendet ist. Dann wird die Sandbox mitsamt aller darin enthaltenen Daten zerstört. Diese Ephemeralität ist ein Kernelement: Sandboxes leben nur so lange, wie sie gebraucht werden. Danach sind sie weg – inklusive aller Dateien und Berechtigungen, die sie vielleicht zwischengespeichert haben.

    Die Node-Ebene ist der Ort, an dem sich Perplexitys Sicherheitsphilosophie besonders zeigt. Zugangsdaten gelangen nie in die Sandbox hinein. Sie bleiben außerhalb und werden nur im richtigen Moment von außen eingespielt. Angenommen, ein Agent muss sich kurzzeitig mit deinem Google-Konto verbinden. SPACE wickelt den Anmeldevorgang außerhalb der Sandbox ab – das Passwort oder der Token verlassen nie die geschützte Node-Ebene. Auch der ausgehende Netzwerkverkehr wird auf Node-Ebene gesteuert. Selbst wenn ein Agent kompromittiert wird, kann er sich nur mit den Diensten verbinden, die ihm ausdrücklich erlaubt wurden. Diese granulare Kontrolle stellt sicher, dass bei einem Angriff keine sensiblen Informationen nach außen dringen.

    Die dritte Schicht ist die In-Sandbox-Umgebung selbst. Perplexity setzt auf Firecracker-Mikro-VMs – extrem leichtgewichtige virtuelle Maschinen mit eigenem Betriebssystem. Sie sind vollständig vom Host isoliert. Nichts, was innerhalb einer Sandbox passiert, kann eine andere Sandbox oder den darunterliegenden Server beeinflussen. Ein sogenannter Space Daemon ist der einzige Prozess, der mit der Control Plane kommuniziert. Er überträgt Steuerbefehle wie Start, Pause oder Snapshot. Diese Kommunikation ist auditierbar und kann jederzeit unterbrochen werden. Wenn eine Sandbox als unwiderruflich kompromittiert gilt, kann sie einfach abgeschaltet werden – ohne dass sich der Schaden ausbreitet.

    SPACE hebt sich von anderen Sandbox-Plattformen durch eine Reihe von Steuerungsmöglichkeiten ab, die sonst nirgends in einem Produkt vereint sind. Dazu gehören Pause- und Resume-Funktionen, Session Forking, isolierte Zugangsdaten pro Sitzung, Protokollweiterleitung und Multi-Backend-Orchestrierung. Besonders hervorzuheben ist die Rolling-Snapshot-Technologie. SPACE erstellt regelmäßig – teilweise minütlich – vollständige Schnappschüsse des gesamten Sitzungszustands, einschließlich Arbeitsspeicher und aller Dateien. Diese Snapshots können bis zu einer Woche zurückreichen. Du arbeitest an einer komplexen Analyse, unterbrichst die Arbeit und kommst eine Woche später zurück: Der Agent setzt genau an der Stelle fort, an der du aufgehört hast. Das ist eine eingebaute Zeitmaschine für KI-Agenten.

    Die Standardannahme ist, dass jede Sandbox als potenziell unsicher gilt. Deshalb wird sie von Netzwerk- und Zugangskontrollen umgeben, die Mieter trennen und die Daten verschlüsseln. Fällt eine der Sicherheitsschichten aus, schützen die anderen weiterhin die persönlichen Informationen. Unternehmen können sogar eigene Verschlüsselungsschlüssel mitbringen. Wenn ein Kunde seinen Schlüssel widerruft, können keine neuen Sandboxes mehr gestartet werden, und verschlüsselte Daten lassen sich nicht mehr entschlüsseln. Für Organisationen mit besonders sensiblen Daten ist SPACE zudem so konzipiert, dass es vor Ort im Rechenzentrum oder vollständig offline betrieben werden kann. Die Kontrolle über die Daten liegt dann immer beim Kunden.

    Perplexity hat SPACE in zehn Wochen von der Idee zum Produkt entwickelt. Seit zwei Monaten wird es intern genutzt. In der vergangenen Woche hat die Plattform bereits Millionen von Sandbox-Erstellungen und zig Millionen Wiederverbindungen unterstützt. Heute ist SPACE live in Computer für alle Nutzer verfügbar. Die Architektur ist bewusst backend-agnostisch ausgelegt und läuft auf beliebiger Hardware. In einem frühen Test auf einem NVIDIA Vera-CPU-System waren tatsächliche Computer-Workflows etwa 1,5-mal schneller als auf der aktuellen Produktionsreferenz, das parallele Starten von Sandboxes bis zu 1,9-mal schneller. Diese Zahlen zeigen, dass die Trennung von Funktionalität, Effizienz und Sicherheit nicht nur theoretisch ist, sondern messbare Vorteile bringt.

    Für die KI-Technologie bedeutet das: Es geht um die grundlegende Infrastruktur, die es Agenten ermöglicht, verantwortungsvoll zu handeln. Eine einfache Erklärung: KI-Agenten sind digitale Assistenten, die Aufgaben für dich erledigen. Damit sie das sicher tun können, brauchen sie einen abgeschotteten Arbeitsplatz – die Sandbox. SPACE ist eine besonders durchdachte Version eines solchen Arbeitsplatzes, optimiert für langlaufende, komplexe Vorgänge. Wer sich mit KI-Anwendungen beschäftigt, sieht hier, dass Sicherheit kein Hindernis für Leistung sein muss. Im Gegenteil, sie ist die Voraussetzung für vertrauenswürdige Automatisierung.

    Die Erkenntnis: Perplexity glaubt nicht, dass man sich zwischen Funktionalität, Effizienz und Sicherheit entscheiden muss. Ein Agent sollte auf denselben Daten arbeiten können wie wir Menschen, mit dem Vertrauen, das wir einem Teammitglied entgegenbringen. SPACE ist der erste Schritt in diese Richtung. Die Plattform wird sich weiterentwickeln, genau wie die KI selbst. Für Unternehmen, die ihre Prozesse automatisieren wollen, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen, eröffnet sich ein neues Kapitel. Die Sandbox ist nicht mehr nur eine Hülle – sie wird zum zentralen Baustein einer verantwortungsvollen KI-Infrastruktur.

    Quelle: perplexity.ai