FortiEndpoint: Wie Fortinet das KI-Chaos auf Unternehmensrechnern bändigt

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Dein Unternehmen erlaubt ChatGPT, aber niemand weiß, wer welche Daten hochlädt. Oder ein Kollege installiert heimlich ein KI-Tool, das sensible Firmendaten analysiert – ohne dass die IT etwas mitbekommt. Dieses Phänomen heißt Shadow AI und wird für Sicherheitsverantwortliche zum Problem. Fortinet erweitert seine Plattform FortiEndpoint. Der Sicherheitsspezialist hat angekündigt, die Endpoint-Lösung um KI-Überwachung, integrierte Data Loss Prevention und einen KI-Assistenten für Security-Teams zu ergänzen. Unternehmen sollen ihre Geräte, den Zugriff auf KI-Tools und die sensiblen Daten mit einem einzigen Werkzeug kontrollieren können.

Statt mehrerer Einzellösungen für Endpunktschutz, Fernzugriff und Datensicherheit gibt es künftig einen Agenten, eine Konsole und eine Lizenz. Der Vorteil liegt in der Verknüpfung verschiedener Sicherheitssignale. Wenn ein Gerät ein Risiko meldet, kann das automatisch die Zugriffsrechte in anderen Fortinet-Produkten anpassen – etwa in der Firewall oder im VPN.

Der erste große Block der Neuerung betrifft die Sichtbarkeit von KI-Nutzung. FortiEndpoint zeigt Administratoren auf einen Blick, welche KI-Anwendungen, -Agenten und -Webdienste auf den Firmenrechnern laufen – und wer sie verwendet. Das betrifft sowohl erlaubte als auch nicht genehmigte Tools. Sicherheitsteams können dann per Knopfdruck festlegen, ob eine Anwendung blockiert, nur überwacht oder eingeschränkt werden soll. Laut Duncan Riley, dem Autor des Originalartikels auf SiliconANGLE, können Unternehmen damit gezielt steuern, welche Tools sie tolerieren und welche nicht.

Der zweite Bereich ist der Datenschutz: die integrierte Data Loss Prevention. Das Feature prüft Datenströme, die von den Geräten in KI-Anwendungen, -Agenten oder -Webdienste fließen. Es erkennt vertrauliche Informationen wie personenbezogene Daten, geistiges Eigentum oder Finanzdaten und kann den Transfer unterbinden. Fortinet hat zudem eine Funktion eingebaut, die dem Nutzer in Echtzeit einen Hinweis einblendet, wenn er versucht, etwas Kritisches zu teilen. Der Hersteller verspricht, dass diese Rückmeldung das Sicherheitsbewusstsein stärkt, ohne die Arbeit zu bremsen.

Der dritte Teil ist ein KI-Assistent namens FortiAI-Assist. Sicherheitsanalysten können damit in natürlicher Sprache Ereignisse untersuchen, Zusammenfassungen abrufen, risikoreiche Geräte identifizieren oder Probleme beheben. Das Tool gibt Policy-Empfehlungen und Risikobewertungen. Das System basiert auf Zero-Trust-Prinzipien: Zustand und Compliance eines Geräts werden kontinuierlich bewertet, sein Zugang zu Netzwerken und Daten dynamisch an das aktuelle Risiko angepasst. Wenn ein Rechner plötzlich verdächtige Aktivitäten zeigt, schaltet FortiEndpoint ihn automatisch in einen eingeschränkten Modus – ohne menschliches Eingreifen. Das beschleunigt Reaktionen in großen Umgebungen mit Tausenden Geräten.

Fortinet kündigte die Neuerungen auf der Accelerate 2026 Konferenz an. Michael Xie, Mitgründer und CTO, sagte, Organisationen bräuchten einen einfacheren und effektiveren Weg, um Sicherheit zu managen, während ihre Umgebungen komplexer und KI-gestützter werden. Die Plattform vereint Sicherheit, sicheren Zugriff, Datensicherheit, KI-Transparenz und unterstützte Betriebsabläufe in einem Agenten, einer Konsole und einer Lizenz. Die neuen Funktionen sollen im dritten Quartal 2026 verfügbar sein. Fortinet hatte Ende 2024 sieben Produkte mit KI-Features ausgestattet und im Dezember die FortiGate-VM-Firewall auf Nvidias BlueField-3-Chips für KI-Rechenzentren portiert.

Die Idee, alle Sicherheitsfunktionen für Endgeräte in einer Plattform zu bündeln, ist nicht neu. Die Fokussierung auf KI-Überwachung adressiert ein akutes Problem: Immer mehr Mitarbeiter nutzen KI-Tools, ohne die IT zu informieren. Das birgt Risiken für Datenlecks und Compliance-Verstöße. Fortinet liefert mit FortiEndpoint eine Antwort, die nicht nur kontrolliert, sondern durch Benutzerhinweise die Eigenverantwortung stärkt. Ob die KI-Überwachung selbst Fehlalarme oder Datenschutzbedenken schafft, bleibt abzuwarten. Fortinet setzt auf clientseitige Inspektion – der Spagat zwischen Sicherheit und Privatsphäre ist eine Herausforderung.

Quelle: siliconangle.com

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Sebastian Krötzsch
Autor

Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.