Workday führt Agent Passport ein: Unabhängige Prüfung und Überwachung für KI-Agenten im Unternehmen

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In einem Unternehmen arbeiten mehrere KI-Agenten: einer hilft bei der Einstellung, ein anderer bearbeitet Gehaltsabrechnungen, ein dritter prüft Reisekosten. Jeder hat Zugriff auf sensible Daten. Sicherheitsverantwortliche können nicht überprüfen, ob diese Agenten sicher sind. Workday adressiert dieses Problem mit Agent Passport.

Agenten führen echte Geschäftsprozesse aus. Sie verarbeiten Bezüge, genehmigen Urlaubsanträge oder ändern Stammdaten. Ein unsicherer Agent kann Daten preisgeben, Compliance-Regeln verletzen oder für negative Schlagzeilen sorgen. Workday will mit Agent Passport einen Sicherheitsstandard für alle KI-Agenten schaffen – unabhängig vom Anbieter.

Was ist Agent Passport?

Agent Passport testet jeden KI-Agenten vor dem Einsatz in der Produktion und überwacht ihn kontinuierlich. Die Tests folgen öffentlichen Standards wie OWASP LLM Top 10, NIST AI RMF und MITRE ATLAS. Das Ergebnis ist ein signierter, prüfbarer Bericht. Er dokumentiert, welche Sicherheitsaspekte getestet wurden und wer den Test durchgeführt hat. So entsteht ein Nachweis – vergleichbar mit einem digitalen Reisepass.

Jeder Agent bekommt einen eigenen Pass, der drei Ebenen umfasst. Die erste Ebene definiert Vertrauensbereiche, die Workday vorgibt und regelmäßig aktualisiert: Schutz vor Angriffen, sicheres Verhalten zur Laufzeit und menschliche Aufsicht. Die zweite Ebene enthält konkrete, prüfbare Behauptungen, die an öffentliche Standards gebunden sind – etwa Resistenz gegen Prompt Injection. Die dritte Ebene besteht aus signierten Testergebnissen eines unabhängigen Partners. Workday startet mit Cisco als erstem Attestor.

Warum Unabhängigkeit entscheidend ist

Viele Plattformen testen ihre eigenen Agenten. Das ist ein Interessenkonflikt. Ein Sicherheitslabel vom selben Anbieter ist wenig aussagekräftig. Workday setzt auf offene Standards und unabhängige Partner. Cisco bringt Cisco AI Defense mit. Es bestätigt, dass ein Agent resistent gegen Befehls-Manipulation ist, keine sensiblen Daten preisgibt und schädliche Aktionen blockiert. Das ist wichtig bei Agenten, die auf Gehaltsdaten, Sozialleistungen oder Finanzinformationen zugreifen.

Durch die Bindung an öffentliche Standards können Sicherheitsteams Agenten verschiedener Anbieter auf derselben Grundlage vergleichen. Haben zwei Agenten denselben Prüfpunkt von verschiedenen Partnern bestanden, wissen Unternehmen, dass sie gegen denselben Maßstab getestet wurden. Das schafft Transparenz und Vergleichbarkeit.

Laufzeitüberwachung und sofortige Reaktion

Ein einmaliger Test reicht nicht. Agenten können sich durch Updates oder Angriffe verändern. Agent Passport überwacht jeden Agenten kontinuierlich. Versucht ein Agent eine Aktion, wird in Echtzeit entschieden: zugelassen, blockiert oder umgeleitet. Ein Widerruf kann alle betroffenen Agenten automatisch stoppen oder umkonfigurieren. Das gibt Sicherheitsteams Kontrolle.

Die Tests decken die heute relevantesten Angriffe auf Large Language Models ab: Prompt Injection, Jailbreak, Goal Hijacking, System Prompt Extraction, Leaks von Mitarbeiterdaten und unsichere Antworten. Jeder Test ist mit einer öffentlichen Standard-ID verknüpft.

Verfügbarkeit und Ausblick

Agent Passport wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 für erste Kunden verfügbar sein. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende 2026 geplant. Die Partnerschaft zwischen Workday und Cisco ist aktiv, die gemeinsamen Fähigkeiten werden in den kommenden Quartalen ausgerollt. Workday stellt klar: Entwickler können über Workday Build eigene Agenten bauen und durch Agent Passport prüfen lassen.

Agent Passport ist ein Schritt, um KI-Agenten sicher im Unternehmen einzusetzen. Es schafft Transparenz und gibt Sicherheitsteams ein Werkzeug, um die vielen Agenten zu kontrollieren. Ob sich der Ansatz als Standard etabliert, hängt von der Übernahme durch Anbieter und Kunden ab. Für Unternehmen, die Workday nutzen, bietet es mehr Kontrolle über ihre KI-Assistenten. Das ist in einer Zeit zunehmender Automatisierung ein Gewinn.

Quelle: newsroom.workday.com

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Sebastian Krötzsch
Autor

Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.