OpenClaw 2.0: 933 Mitwirkende, 16.000 Pull Requests und Shared Cloud Sessions

Luftaufnahme eines Rechenzentrums-Campus bei Nacht mit Kuehlanlagen und Lichtspuren
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„Today we released by far the largest update in the history of OpenClaw“, schreibt das OpenClaw-Team zum Start von Version 2.0. Das Release berührt praktisch jeden Bereich der Open-Source-Plattform – von der Installation über die Browser-App bis hin zu den Multiplayer-Funktionen.

933 Contributors haben mitgearbeitet, 569 davon zum ersten Mal. Zusammen brachten sie über 16.000 Pull Requests ein. Das Team spricht von der größten Aktualisierung in der Projektgeschichte. Wer OpenClaw nutzt, bekommt keine einzelnen Features, sondern eine überarbeitete Plattform.

OpenClaw 2.0 in Zahlen

Über 16.000 Pull Requests in einem Update sind ungewöhnlich. Die bisherige Release-Historie zeigt warum: Vor dieser Version erschienen in 230 Tagen 106 Releases – im Schnitt alle zwei Tage. Dann pausierte das Projekt fast sieben Wochen. Für ein so schnelles Team ist das lang.

Die Pause war kein Stillstand. Die Entwicklung beschleunigte sich sogar. Mehr Mitwirkende, mehr Aufgaben – die bisherige technische Basis stieß an ihre Grenzen. Deshalb überarbeitete das Team nicht nur die Plattform, sondern auch den Prozess, mit dem sie entsteht. Das Release enthält jetzt ungefähr die Hälfte aller jemals gemergten Pull Requests.

Große Updates bringen oft Fehler mit sich. Das Team testete deshalb gründlich, bevor es lieferte. Neue Nutzer und bestehende Claw-Installationen sollten ohne Brüche auf die neue Version wechseln können.

Warum die Pause vor dem Release lang war

Die lange Entwicklungszeit hat einen einfachen Grund: OpenClaw wuchs schneller, als die Infrastruktur verkraftete. Die hohe Arbeitsgeschwindigkeit überforderte die Grundlagen von OpenClaw und den internen Ablauf. Zwei Baustellen waren gleichzeitig offen.

Ein Release mit so vielen Änderungen muss auch Bestandsschutz bieten. Wer ein Claw-System betreibt, soll seine Konfigurationen und Workflows behalten. Das klingt selbstverständlich, ist bei einem Projekt dieser Größe aber schwer umzusetzen.

Die zusätzliche Zeit steckte das Team in die Migration für Bestandsnutzer. Neulinge sollten leichter einsteigen können. Hier setzt die nächste Änderung an.

Installation und Browser-App

OpenClaw hat die Installation vereinfacht. Das System erkennt, was bereits auf dem Rechner vorhanden ist, statt Nutzer mit langen Konfigurationslisten zu überfordern. Wer ChatGPT oder Claude nutzt, kann bestehende Abos oder API-Schlüssel direkt einbinden. Auch lokale Modelle werden erkannt.

Die Einrichtung ist kürzer: Viele Konfigurationsschritte fallen weg oder wandern aus dem Erstsetup. Du kannst direkt nach der Installation ein Gespräch führen. Weitere Einstellungen erledigst du im Chat mit deinem Claw.

Die Browser-App wurde komplett neu aufgebaut. Statt einer bloßen Web-Oberfläche gibt es jetzt einen Arbeitsbereich: Einstellungen nachholen, laufende Projekte zurückholen, dem Claw live zuschauen. Die meisten Menschen begegnen OpenClaw zuerst hier. Deshalb musste der Einstieg einfacher werden.

Der Effekt: Du erzielst schneller ein erstes Ergebnis. Ein Werkzeug, das du nicht verstehst, nutzt du nicht.

Vom einfachen Workflow zur Multiplayer-Umgebung

OpenClaw bleibt einfach, solange es möglich ist. Beispiel: Dein Claw überwacht dein E-Mail-Postfach auf Nachrichten von der Schule deiner Kinder und schickt dir eine Telegram-Nachricht, wenn Hausaufgaben anstehen oder ein Elterntag. Ein Postfach, ein paar Regeln, ein Zielort – mehr braucht es nicht.

Die Aufgabe kann wachsen, ohne dass die Bedienung komplizierter wird. Angenommen, dein Bruder schreibt dir eine iMessage und fragt, welches iPad ihr für euren Vater gekauft habt. Du kannst in den Mails suchen – oder deinem Claw sagen, dass dein Bruder geschrieben hat, und ihn bitten, die Antwort zu finden und zurückzuschicken. Der Claw erledigt das.

Das Team hat diesen Weg selbst erlebt. Beim Entwickeln von OpenClaw 2.0 setzten die Mitarbeiter ihre Claws für immer mehr Aufgaben ein. Irgendwann wollten sie Aufgaben teilen, gemeinsam bearbeiten oder übergeben. Das war bisher nicht möglich: Ein anderes Teammitglied ließ sich nicht einbinden, ohne dass der Claw sein Wissen verlor.

Shared Cloud Sessions schließen diese Lücke. OpenClaw wird damit zur Multiplayer-Umgebung. Das Team nutzt die Funktion inzwischen, um OpenClaw selbst zu entwickeln. Du kannst eine Person live in eine laufende Sitzung holen oder die Arbeit samt Kontext übergeben. Zusammenarbeit ist nicht an einen Rechner gebunden.

Das verändert die Vorstellung davon, was ein KI-Agent sein kann: nicht nur ein Werkzeug, das für dich arbeitet, sondern eine gemeinsame Arbeitsumgebung, in der Mensch und Maschine zusammenarbeiten – und auch mehrere Menschen.

OpenClaw 2.0 im Alltag

Dein OpenClaw startet mit einem einzigen nützlichen Workflow. Er kann so weit wachsen, wie du willst. Du verbindest ihn mit mehr Bereichen deines Lebens oder teilst ihn mit Familie und Team. Die Kontrolle darüber bleibt laut Ankündigung bei dir, nicht bei einem Anbieter.

OpenClaw steht unter einer Open-Source-Lizenz; das Team beschreibt das Projekt als eines, das den Menschen gehört, die es nutzen und weiterentwickeln. Du kannst es nicht nur verwenden, sondern mitgestalten. Gefällt dir etwas nicht, änderst du es oder weist das Projekt darauf hin.

Du entscheidest, welche Modelle und Dienste du einbindest – nicht eine Firma oder ein KI-Anbieter. OpenClaw 2.0 liefert den Rahmen: eine Installation, die schneller zum Ziel führt, eine Browser-App, die sich gut bedienen lässt, und Multiplayer-Funktionen für gemeinsames Arbeiten.

OpenClaw 2.0 ist ein umfangreiches Update. Die Plattform startet einfach und lässt sich beliebig ausbauen. Ob du allein arbeitest oder im Team – die Werkzeuge sind da. Was du daraus machst, liegt bei dir.

Quelle: openclaw.ai

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Sebastian Krötzsch
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Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.