Du schließt ein Abo ab, das dir unverzichtbar erscheint. Die ersten Wochen sind aufregend, alles ist neu, du nutzt das Angebot fast täglich. Dann kommt die Rechnung – und zum ersten Mal fragst du dich, ob der Preis gerechtfertigt ist. Genau das erlebt die KI-Branche gerade. Nach Jahren der Euphorie und des Ausprobierens rücken jetzt die Kosten in den Mittelpunkt.
OpenAI hat am Donnerstag angekündigt, die Preise für zwei Modelle aus der GPT-5.6-Reihe zu senken. Terra, die mittlere Variante, wird um 20 Prozent günstiger. Luna, das schnellste Modell, kostet sogar 80 Prozent weniger. Das größte und leistungsfähigste Modell Sol bleibt preislich unverändert. Das teilte das Unternehmen in einer Mitteilung mit, über die unter anderem CNBC berichtet.
Was Tokens mit dem Preis zu tun haben
Um diese Preissenkungen einzuordnen, muss man wissen, wie KI-Abrechnung funktioniert. Modelle wie GPT-5.6 rechnen nicht mit ganzen Sätzen, sondern mit Tokens. Ein Token ist ein Textbaustein, etwa ein Teil eines Wortes oder ein Satzzeichen. Pro Anfrage werden zwei Dinge berechnet: der Input, also deine Texteingabe, und der Output, die Antwort des Systems. Die Kosten hängen davon ab, wie viele Tokens dabei verarbeitet werden.
Ein Vergleich: Der Input ist wie die Zutaten, die du in die Küche lieferst. Der Output ist das fertige Gericht. Je aufwendiger das Menü, desto mehr Zutaten und Arbeit sind nötig. Lange galt in der Branche: Hauptsache, der Koch ist gut. Wenn es teuer wird, dann eben so. Doch die Gäste schauen inzwischen genau auf die Rechnung.
Luna kostet nach der Senkung nur noch 20 Cent pro Million Input-Tokens und 1,20 Dollar pro Million Output-Tokens. Terra liegt bei zwei beziehungsweise zwölf Dollar pro Million Tokens. Das klingt nach Centbeträgen. Bei Projekten mit Millionen von Anfragen summieren sich die Beträge aber schnell. Ein Unternehmen, das täglich Tausende Dokumente zusammenfassen lässt, spürt eine Reduzierung um 80 Prozent sofort.
Vom Hype zum harten Rechnen
OpenAI hat die KI-Welle mit ChatGPT im Jahr 2022 losgetreten. Unternehmen in den USA und weltweit integrierten die Technologie in ihre Arbeitsabläufe. Es entstand ein Verhalten, das damals Tokenmaxxing hieß: Mitarbeiter wurden ermutigt, möglichst viel KI zu nutzen, ohne auf Kosten zu achten. Die Hoffnung: Die Produktivitätsgewinne würden sich irgendwann auszahlen.
Diese Rechnung ist in vielen Konzernen nicht aufgegangen. Die Rechnungen für KI-Dienste sind explodiert, mancherorts bis in Milliardenhö
Quelle: cnbc.com
