Amazon Plant 5.000 Satelliten: Mobilfunk vom Himmel für iPhones

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Du bist auf einer Bergtour und hast plötzlich kein Netz mehr. Früher hieß es: „Kein Empfang, Pech gehabt“. Heute arbeiten mehrere Unternehmen daran, diese weißen Flecken zu tilgen. Amazon will über 5.000 Satelliten ins All schießen, um iPhones mit Sprach- und Datenverbindungen zu versorgen – dort, wo keine Mobilfunkmasten stehen.

Der Plan heißt „Amazon Leo D2D System“ (Direct-to-Device). Er basiert auf der Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar. Amazon hatte im Frühjahr 2026 rund 11,6 Milliarden Dollar für das Unternehmen bezahlt, das bisher die Notruffunktion und einige Textnachrichten auf iPhones ermöglichte. Die 5.105 Satelliten sollen das ändern. Sie ermöglichen echte Telefonate, Surfen und Video-Streaming in entlegene Regionen.

Bisher können iPhones nur Notrufe und SMS über Satellit absetzen. Amazons Technologie würde Echtzeit-Kommunikation mit höherer Bandbreite bieten. Dein Handy spricht direkt mit den Satelliten, die deine Daten auf die Erde weiterleiten.

Vierzig Satelliten werden zu fünftausend

Globalstar betreibt heute einige Dutzend Satelliten im Orbit. Die geplante „C-3“-Konstellation mit 48 Satelliten, deren erster Schwarm Anfang 2027 starten soll, ist klein gegen die 5.105, die Amazon beantragt hat. Sie sollen in einer Höhe zwischen 510 und 580 Kilometern kreisen – niedriger als geostationäre Satelliten, was die Latenz senkt. Sie nutzen Globalstars Funkfrequenzen im 1,6- und 2,4-Gigahertz-Bereich, die für Mobilgeräte optimiert sind.

Amazons Antrag bei der US-Regulierungsbehörde FCC nennt die Ziele: „schnellere und zuverlässigere mobile Daten- und Kommunikationsdienste“ für Verbraucher, Fahrzeuge, industrielle IoT-Geräte und Behörden. Die ersten Satelliten sollen 2028 starten. Neben seinem Satelliteninternetdienst „Leo“ (früher „Project Kuiper“) mit 3.232 Satelliten, der eine Schüssel auf dem Dach erfordert, zielt das neue D2D-System direkt auf Smartphones – ohne zusätzliche Hardware.

Die Konkurrenz schläft nicht: Starlink Mobile und AST SpaceMobile

Auch andere Unternehmen arbeiten daran. SpaceX bietet Starlink Mobile über T-Mobile in den USA an. Die erste Generation schafft rund 4 Mbps – genug für Sprach- und Videotelefonie in ausgewählten Apps. SpaceX hat eine zweite Generation mit 15.000 Satelliten beantragt, die bis zu 150 Mbps liefern soll. AST SpaceMobile arbeitet mit AT&T und Verizon zusammen und testet ebenfalls direkte Satellitenverbindungen für normale Handys.

Alle drei setzen darauf, dass Smartphones direkt mit Satelliten kommunizieren – ohne spezielle Antenne oder extra Chip. Das erfordert leistungsstarke Satellitenempfänger, da die Sendeleistung von iPhones gering ist. Amazon nutzt Globalstar-Frequenzen, die auch in Gebäuden und dichten Wäldern funktionieren sollen.

Was bedeutet das für Apple-Nutzer? Und was kostet es?

Amazon hat angekündigt, mit Apple an zukünftigen Satellitendiensten zusammenzuarbeiten. Der Globalstar-Deal verpflichtet Amazon vertraglich, aktuelle und künftige iPhone- und Apple-Watch-Modelle mit Satellitenfeatures zu versorgen. Das deutet auf eine enge Partnerschaft hin. Besitzer aktueller iPhones, die bereits die Notruf- und Textfunktion nutzen, könnten ohne Hardware-Upgrade von den neuen Diensten profitieren.

Die Preise sind noch offen. Mögliche Modelle: kostenloses Basispaket für Notrufe, monatlicher Aufpreis für Datenvolumen oder Abrechnung pro Megabyte. Amazon hat sich nicht geäußert. Starlink Mobile bietet bei T-Mobile eine Flatrate für niedrige Bandbreiten; für Video-Streaming wird extra berechnet.

Eine geerdete Einordnung: Nützlich, aber kein Allheilmittel

Die Idee, überall per Satellit zu telefonieren und zu surfen, ist nützlich. In ländlichen Regionen, auf See, in den Bergen oder bei Naturkatastrophen kann das Leben retten. Auch für Berufstätige oder Camper ist es ein Vorteil.

Satellitensysteme sind auf intelligente Algorithmen angewiesen, um Datenströme zu bündeln und Frequenzen dynamisch zu vergeben – KI-Technologie steckt im Netzmanagement. Dennoch werden Satelliten den terrestrischen Mobilfunk nicht ersetzen. Die Kapazitäten sind zu gering. In der Stadt surfst du weiter über LTE/5G. Die paar tausend Satelliten reichen nicht, um Millionen Nutzer gleichzeitig mit 4K-Videos zu versorgen.

Amazon erweitert die Vernetzung. Wenn der Plan aufgeht, hast du ab 2028 auf deinem iPhone eine Satellitenverbindung als Backup. Ob das bezahlbar und zuverlässig ist, wird sich zeigen. Der Wettbewerb zwischen Amazon, SpaceX und AST SpaceMobile verbessert die Technik und senkt die Preise. Irgendwann ist die Frage nicht mehr „Hast du Netz?“, sondern „Welches Netz?“.

Quelle: pcmag.com

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Sebastian Krötzsch
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Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.