Midjourney kauft Co-Star: Eine überraschende Fusion aus KI-Bildern und Sternzeichen

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Morgens das Smartphone geöffnet – Horoskop checken, durch die Midjourney-Galerie scrollen. Bisher zwei getrennte Welten. Jetzt verschmelzen sie: Midjourney hat die Astrologie-App Co-Star übernommen. Der Deal wirkt absurd, zeigt aber eine klare Strategie.

Beide sind Interpretationsmaschinen. Midjourney übersetzt Text in Bilder, Co-Star interpretiert Sternenpositionen. Beide destillieren aus rohen Daten eine Bedeutung.

Co-Star, gegründet 2017, hat eine treue Nutzerbasis. Laut Bloomberg nutzen 4,3 Millionen Menschen monatlich die App. Das Team von etwa zwei Dutzend Entwicklern und Astrologen wird Teil von Midjourney. Die Übernahmesumme ist nicht bekannt.

Midjourney hat keine eigene App – die Nutzer generieren Bilder über Discord. Der Kauf könnte das ändern. Mit Co-Star holt sich Midjourney Erfahrung im Aufbau einer Consumer-App und eine aktive Nutzerbasis. Denkbar: Ein Midjourney-Client, der deine astrologische Persönlichkeit kennt und Bildstile oder Farbpaletten vorschlägt.

Der Deal ist mehr als ein App-Experiment. Midjourney investiert auch in Medizin und Spa. Das Unternehmen verlässt die reine Bildgenerierung und baut eine Plattform für persönliche, kreative und spirituelle Dienstleistungen. Astrologie liefert emotionale Daten – wertvoll für das Training personalisierter KI-Modelle.

Astrologie ist keine Wissenschaft. Für eine KI ist das egal. Sie lernt Muster aus Texten und Verhaltensdaten. Co-Star nutzte bereits KI, kombiniert mit menschlichen Redakteuren. Midjourney kann das skalieren. Horoskope könnten von einer KI geschrieben werden, die Milliarden von Persönlichkeitsprofilen kennt.

Wollen wir das? Viele sind skeptisch. 4,3 Millionen aktive Nutzer zeigen: Das Bedürfnis ist real. Midjourney erkennt, dass KI nicht nur nützlich sein muss – sie darf unterhalten, trösten, Rätsel aufgeben. Astrologie bietet genau das. Sie ist eine narrative Brücke zwischen Mensch und Maschine.

Co-Star ist bereits auf iOS und Android verfügbar, hat eine stabile Infrastruktur. Midjourney könnte endlich aus Discord ausbrechen und eine eigenständige App starten – mit Co-Star als Zugpferd. Spekulation: Die bestehende Nutzerbasis könnte als Startrampe für ein soziales Netzwerk dienen, in dem Bilder, Videos und Horoskope geteilt werden.

Risiken gibt es. Astrologie polarisiert. Tech-Skeptiker könnten Midjourney vorwerfen, Esoterik zu fördern. Die Firma sagt vage: Man wolle „die Schnittstelle zwischen Kreativität und persönlicher Bedeutung“ erkunden. Ein Satz, der alles und nichts sagt.

Für Nutzer ändert sich zunächst nichts. Co-Star läuft weiter. Langfristig sind Veränderungen denkbar: Bilder mit Sternzeichen-Kommentaren, Horoskop-basierte Stilvorschläge. Eine KI, die dich durch die Astrologie-Brille sieht, kann dich in eine Schublade stecken – oder dir kreative Impulse geben, die du sonst nicht gefunden hättest.

Die Übernahme zeigt: KI-Unternehmen bauen nicht mehr nur Werkzeuge, sondern komplette Ökosysteme, die in unseren Alltag eingreifen. Astrologie ist ein intimer Hebel. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.

Quelle: techcrunch.com

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Sebastian Krötzsch
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Sebastian Krötzsch

Sebastian Krötzsch schreibt auf sebask.de über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, digitale Systeme und die Frage, was davon im Alltag wirklich nützlich ist. Ohne Buzzword-Nebel, dafür mit klarem Blick auf Praxis, Tools und echte Wirkung.